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Geschrieben von Blumenthaler SV   
Samstag, 10. September 2016

Angel Amara Diallo will seine Karriere als Torjäger des Blumenthaler SV auf Touren bringen (von Jens Pillnick)

Seinen ersten Vornamen trägt der 21-Jährige in Form eines bildnerisch gestalteten Tattoos großflächig und mehrfarbig auf dem linken Unterarm: einen Engel. Doch der sanftmütig wirkende Angel Amara Diallo von der Elfenbeinküste ist im gegnerischen Strafraum alles andere als engelsgleich. Da setzt er seinen vor Kraft strotzenden Körper in Zweikämpfen und Sprints wirkungsvoll ein und hat sich schnell den Ruf als neuer Torjäger des Fußball-Bremen-Ligisten Blumenthaler SV erworben. Fünf Punktspieltreffer hat er bereits erzielt und damit wesentlich zum optimalen Start mit 15 Punkten aus fünf Spielen beigetragen.

Treffer, die dem Ivorer in der Bremer Amateurszene zwar bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad verschafft haben, doch über die Landesgrenzen hinaus ist er ein absolut unbeschriebenes Blatt. Das soll sich möglichst schnell ändern: Angel Amara Diallo betrachtet sein Engagement in der fünften Liga als ersten Schritt in die Zukunft. Weitere sollen ihn in die „first divison“ führen.

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BSV-Spieler Angel Amara Diallo setzt in den Zweikämpfen seinen Körper gut ein. (Bild: Frank Thomas Koch)

So jedenfalls der Traum des 180 Zentimeter langen und 85 Kilogramm schweren Fußballers, der den Ball mit beiden Füßen gut verarbeiten kann und seinem großen Vorbild Wayne Rooney von Manchester United nacheifert. „I follow my dream, I live my dream“, erklärt der 21-Jährige, wenn er darüber berichtet, warum er bereits als 17-Jähriger die Heimat verlassen hatte. Damals hatte er sich in Tunesien von seiner Jugendmannschaft abgesetzt und später versucht, in der Ukraine fußballerisch Fuß zu fassen.

In dem Moment, als er darauf hoffte, in der Ukraine einen Vertrag für die zweite Liga zu unterschreiben, kam ihm der Kampf um die Krim in die Quere. Zu Freunden nach Frankreich oder nach Deutschland, wohin es keine Verbindungen gab? Die Antwort lautete Deutschland, der erste Wohnort hieß Braunschweig. Nach mehrere Monaten im Flüchtlingslager wurde Angel Amara Diallo Achim bei Bremen als Wohnort zugewiesen, dort lebt er mit drei jungen Männern aus Afrika gemeinsam in einer Wohnung. Und hofft, dass sein auf sechs Monate befristeter Aufenthalt immer wieder weiter befristet und schließlich entfristet wird. Angel Amara Diallo möchte gerne für immer in Deutschland bleiben.

Bevor er seinen ersten Vertrag beim Blumenthaler SV für ein Jahr unterzeichnete, musste er seine Anwesenheit auf dem Spielermarkt zunächst einmal kundtun. Und das tat er am Panzenberg. Dort bestritt der Blumenthaler SV im Frühjahr ein mit 3:1 gewonnenes Punktspiel – und Diallo sprach Trainer Michél Kniat an. Ein Probetraining war schnell vereinbart und genauso schnell hatte der Stürmer seine neue sportliche Heimat gefunden. „My family“, sagt er über die erste Herren des BSV, die ihn voll akzeptiere. Eine Akzeptanz, die er beim Training in der Ukraine vermisst habe. Wegen seiner Hautfarbe hätte man ihn im Mannschaftskreis abgelehnt. Nun hat er also weitaus mehr Kontakt zu den Spielern des Blumenthaler SV, als zu seiner Familie in der Heimat. Zwei- bis dreimal monatlich würde er mit seiner Mutter sprechen, die nahe der Stadt Abidjan mit seinen drei Schwestern lebt. Sein großer Bruder hält sich in Tunesien auf.

Der Traum von einer Karriere als Fußballer ist der Antrieb, Familie und Heimat quasi einzutauschen. Ein Traum, für dessen Erfüllung es viele Beispiele gibt. Ein Traum, der aber viel öfter unerfüllt bleibt. „Ich versuche mein Bestes zu zeigen. Mit viel Leidenschaft. Ich will den Leuten Freude bereiten“, erklärt Angel Amara Diallo, der schon erstaunlich viel deutsch versteht und sich nach eigener Aussage zudem in créole, englisch, französisch, polnisch und russisch verständigen kann. Und gerne als Übersetzer arbeiten würde, falls sich sein Traum vom Profi-Fußball zerschlagen sollte.

So weit denkt der 21-Jährige aber derzeit nicht. Schließlich hat er ja gerade erst den ersten Schritt gemacht und will sich Woche für Woche für höhere Aufgaben empfehlen. Einen Unterstützer, der sich als langjähriger Regionalliga-Spieler gut im höherklassigen Fußball auskennt, hat er mit Trainer „Mitch“ Kniat bereits gefunden. „Er kann auf jeden Fall höher spielen. Ohne Probleme“, sagt Kniat, der ihm gleich den Spitznamen „maschine“ verpasst hat. „Welche Kraft er hat, das habe ich selbst im Training gemerkt. Ich bin ja ein guter Zweikämpfer, aber bei ihm stoße ich auf Widerstand“, sagt Kniat, der sofort gewusst haben will, dass Diallo der Nachfolger von „Mo“ Fidan sein würde: „Das war Liebe auf den ersten Blick.“

Der Vorteil gegenüber Fidan, der es laut Kniat aus verschiedenen Gründen nur auf eine 30-prozentige Trrainingsbeteiligung und bescheidene zwölf Tore brachte: Diallo ist immer da, Diallo will noch etwas im Fußball erreichen. Kniat: „Wer im Training hart arbeitet, der hat auch Kraft für die Spiele.“ Diallo arbeitet aber noch weit über das Training hinaus, er ist ein absoluter Fitnessfreund und hat seinen Körper gestählt. Gute Voraussetzungen für den nächsten Karriereschritt. Und den will Kniat so gut unterstützen, wie er es eben kann: „Jetzt hilft er uns, und wenn er wechseln kann, werden wir ihm helfen.“

Nächste Gelegenheit, dem Blumenthaler SV mit Toren zu helfen, hat Angel Amara Diallo an diesem Sonnabend ab 15 Uhr im Burgwallstadion gegen den TSV Grolland. Trifft Diallo erneut, dann wird er aber nicht nur wegen des Tores für Jubel auf dem Feld und auf den Rängen sorgen. Sondern auch wegen seines perfekten Rückwärtssaltos, mit dem er seine Freude und Leidenschaft ausdrückt und mit dem er für Verzücken unter den Zuschauern sorgt. „Wie Miro Klose“, schmunzelt Angel Amara Diallo. Diesbezüglich befindet sich der junge Mann von der Elfenbeinküste bereits auf einer Stufe mit einem langjährigen Profi der Extraklasse.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 21. September 2016 )
 
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