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Der Fußballer mit der Läufer-Lunge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Blumenthaler SV   
Sonntag, 03. Januar 2016

Manuel Broekmann ist Mittelfeldspieler beim VSK, Jugendtrainer beim BSV und läuft Marathon für Lemwerder (von Karsten Hollmann)

Ein Tag ohne Sport kommt in der Woche von Manuel Broekmann so gut wie gar nicht vor: Der 26-Jährige bestreitet selbst schließlich Punktspiele für den Fußball-Bezirksligisten VSK Osterholz-Scharmbeck sowie für den „1. FC Schieß-mich-tot“ in der Wilden Liga, trainiert die B-Junioren des Blumenthaler SV – und läuft so ganz nebenbei auch noch Marathons für die SG akquinet Lemwerder.

Wer weiß, wie Broekmanns fußballerische Karriere verlaufen wäre, wenn er sich frühzeitig nur auf diese eine Sache konzentriert hätte. In der Jugend spielte er an der Seite des heutigen HSV-Rechtsverteidigers Dennis Diekmeier in der Bremer Landesauswahl und traf bei Sichtungen der Nachwuchs-Nationalmannschaften in Kaiserau auf Akteure wie den ehemaligen Werder-Profi Marko Marin. „Dennis Diekmeier war ganz schön arrogant. Er wusste eben schon damals, was er konnte. Ihn zeichnete eine unfassbare Geschwindigkeit aus“, sagt Broekmann heute. Aber auch wenn Diekmeier es immerhin zu einem gut bezahlten Profi schaffte – Broekmann hatte ihm eigentlich noch mehr zugetraut: „Dennis hätte gut und gerne unser Mann auf der rechten Seite für die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien sein können.“

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Die Fußballstiefel, die Langlaufschuhe, die Pfeife für das Jugendtraining, das Trikot seines Teams aus der „Wilden Liga“ – all das benötigt und nutzt der Nordbremer VSK-Akteur Manuel Broekmann Woche für Woche.

Gelernt: Außenverteidiger

Genau wie Diekmeier ist Manuel Broekmann auch gelernter Außenverteidiger. Beim VSK Osterholz-Scharmbeck läuft er nun aber meistens im defensiven Mittelfeld auf. „Ich mache im Zentrum die Räume zu“, lautet die Aufgabe des Mannes, der in Bremen-Nord zu Hause ist.

Seine Laufbahn begann Broekmann beim Blumenthaler SV. Hier kickte er auch für vier Jahre in der ersten Herren-Mannschaft in der Bremen-Liga. Zuvor hatte er aber auch bereits eine Spielzeit für die A-Junioren-Niedersachsenliga-Formation des VSK Osterholz-Scharmbeck absolviert. Deren alter (kürzlich verstorbene) Trainer Andreas „Auge“ Grote holte ihn dann später auch zum VSK zurück. „Ausschlaggebend für meinen Wechsel war Günter Hermann. Ich wollte unbedingt unter dem Weltmeister von 1990 trainieren“, erinnert sich der Blumenthaler. Hermann sei auch eine große Autoritätsperson beim VSK gewesen. Vielleicht ist deshalb auch Manuel Broekmann selbst als Trainer eher der autoritäre Typ. „Ich bin kein moderner Coach. Der Trainer muss schon der Chef sein. Damit habe ich die beste Erfahrung gemacht. Bei mir steht die Disziplin im Vordergrund“, betont Broekmann, im Hauptberuf Justizvollzugsbeamter. Broekmann war allerdings bereits Übungsleiter, bevor er Günter Hermann kennenlernte.

Vor zehn Jahren begann der Nordbremer seine Trainer-Karriere bei den F-Junioren der SG Aumund-Vegesack. Eine schwere Knieverletzung hatte den damals 16-Jährigen zu einer langen Pause gezwungen. Seine Kniescheibe war herausgesprungen. Zudem diagnostizierte der Arzt einen Knorpelschaden. „Mein Arzt hat zu mir gesagt, dass Matthias Sammer durch die gleiche Verletzung kein Spiel mehr absolvieren konnte“, berichtet Broekmann – der jedoch seine aktive Laufbahn nach mehr als einem halben Jahr fortzusetzen vermochte. „Der Zug nach ganz oben war für mich damit aber abgefahren“, bedauert der 26-Jährige. Dafür nahm die Übungsleitertätigkeit zu: Nach einem Engagement als Co-Trainer unter Kemal Kök bei Blumenthals C-Junioren wurde Manuel Broekmann schließlich selbst für fünf Jahre Cheftrainer im BSV-Nachwuchsbereich.

Im vergangenen Jahr dann die nächste Herausforderung: Der Beamte aus Bremen-Nord bestritt in München seinen ersten Marathon. Mit seiner Zeit von 3:35 Stunden durfte er auch sehr zufrieden sein. In diesem Jahr stand der Frankfurt-Marathon auf dem Programm. „Der Arzt musste mich für diese Veranstaltung aber fitspritzen, weil ich verletzt war“, berichtet der Blumenthaler. Der Mediziner habe ihm Flüssigkeit aus dem Knie gezogen und ihm Cortison verabreicht, erläutert Broekmann.

Weil er ein Jahr auf den Frankfurt-Marathon hingearbeitet hatte, wollte er dieses Ereignis auf keinen Fall verpassen. Leidtragender war auch ein wenig der VSK Osterholz-Scharmbeck: „Ich hatte meinem Arzt versprochen, dass ich zumindest für drei Wochen mit dem Fußball aussetze.“ Letztlich ging alles gut: Broekmann überquerte in Frankfurt nach 3:37 Stunden die Ziellinie. Das Knie hielt. „Jetzt ist auch alles wieder gut“, freut sich der Läufer.

Zum Laufen überredet

Sein alter Schulfreund Christian Eichinger hatte ihn zum Laufen überredet. „Für mich ergab sich dies fast zwangsläufig. Schließlich war ich schon immer besonders konditionsstark“, beschreibt sich Broekmann, der auch nach wie vor jeden Tag trainiert. Meistens läuft Broekmann 15 Kilometer, entweder mit Christian Eichinger oder mit seinem anderen Kumpel, Christian Gutz, der aber „immer bereits nach zehn Kilometern aufhört. Den Rest laufe ich dann alleine.“ Broekmann räumt aber selbst ein, dass sich das Laufen und der Fußball nicht optimal miteinander kombinieren lassen: „Je mehr man an seiner Ausdauer arbeitet, desto mehr fehlt einem die Spritzigkeit.“

Manuel Broekmann kann sich gut vorstellen, eines Tages als Akteur zu seinem Stammverein Blumenthaler SV zurückzukehren, vielleicht als spielender Co-Trainer in der zweiten Formation. Vorher möchte er aber noch eine Mission beim VSK Osterholz-Scharmbeck erfüllen: „Ich will dabei helfen, den Untergang des VSK mit einem Wiederaufstieg in die Landesliga rückgängig zu machen.“ Mit dem langjährigen VSK-Goalgetter Manuel Weinrich hätten die Grün-Weißen nun auch den geeigneten Mann, um dieses Unterfangen in die Wege zu leiten.

„Manuel hat seinen B-Schein schließlich nicht umsonst als Lehrgangsbester erworben. Ihm fehlt nur genau wie uns als Mannschaft noch ein wenig die Erfahrung. Deshalb unterlaufen uns derzeit auch noch zu viele kleine Fehler“, beschreibt Broekmann die Lage. Mit einer Rückkehr in die Landesliga könne er sich aber dann ruhigen Gewissens wieder dem Blumenthaler SV anschließen.

Besonders am Herzen liegt Broekmann die Wilde Liga in Bremen: „Da geht es mal nur um die Liebe zum Sport und nicht ums Geld.“ Es müsste wohl nicht extra erwähnt werden, dass der Fan von Borussia Dortmund natürlich auch hier als Spielertrainer das Sagen hat. Sonnabends am Morgen trifft sich Broekmann mit Gleichgesinnten beim Holzkohle-Grill am Freien Damm in Schönebeck, um seinem Hobby mal ohne große Verbissenheit zu frönen. Wichtig ist ihm in dieser Hinsicht auch das soziale Engagement: „Bei uns spielen zum Beispiel auch Flüchtlinge aus Syrien mit.“

Bei Termin-Kollisionen gehe aber schon der VSK Osterholz-Scharmbeck vor. Das dortige Training könne er andererseits gut mit den Übungseinheiten bei den Blumenthaler B-Junioren verbinden: „Ich fahre immer direkt nach dem Jugend-Training nach Osterholz-Scharmbeck.“ Zeit für eine Freundin habe er allerdings nicht: „Bei mir steht der Sport ganz klar an erster Stelle.“

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 03. Januar 2016 )
 
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