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Ein Fan von Typen wie Ibrahimovic PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Blumenthaler SV   
Donnerstag, 10. Dezember 2015

Auch Moussa Alawie polarisiert – und sieht den Blumenthaler SV im Duell mit dem Bremer SV vorn (von Jens Pillnick)

Moussa Alawie spricht leise. Doch die Worte des 23-Jährigen, der seit drei Monaten für den Fußball-Bremen-Ligisten Blumenthaler SV spielt, wirken laut. Sie beschreiben nämlich große Ziele, die er an seiner neuen Wirkungsstätte anvisiert. „Ich will die Meisterschaft. Ich will aufsteigen. Ich will Pokalsieger werden.“ Klingt gewaltig. Aber der Libanese, der im niedersächsischen Duderstadt geboren ist, weiß wovon er spricht. Schließlich stand er im vergangenen Jahr im Kader des Bremer SV, der Meister wurde, Pokalsieger wurde, der die Aufstiegsrunde zur Regionalliga spielte – und dort so unglücklich scheiterte.

Am vergangenen Sonnabend hätte jener Bremer SV zum Schlagerspiel im Burgwallstadion antreten sollen. Moussa Alawie sieht den BSV aus Bremen-Nord in diesem Duell wie auch im gesamten Saisonverlauf vorn. „Wir sind in der Breite viel besser. Und wir haben einen großen Pluspunkt: Wir haben Michél Kniat als Trainer. Wenn er ein großes Wort sagt, dann sind wir ruhig“, begründet Alawie. Kniat sei ein Trainer, der die junge Mannschaft sehr, sehr gut geschult und damit Vorteile gegenüber der individuellen Klasse des Bremer SV erreicht habe. Eine Mannschaft des Blumenthaler SV, die aber auch wisse, dass sie noch nichts erreicht habe. Und großen Hunger hätte, Meister und Pokalsieger zu werden.

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Moussa Alawie (rechts) hat mit unserem BSV große Ziele. (Bild: Mats Vogt)

Dass der 1,78 Meter große Offensivmann Moussa Alawie („Am liebsten spiele ich Linksaußen“) seine Ziele und Einschätzungen derart offensiv propagiert, passt. Alawie beschreibt sich selbst als „Fan von Typen“. Als Fan von Zlatan Ibrahimovic zum Beispiel. Dem genialen schwedischen Stürmer, der – egal wann, wo und zu welchem Thema, ob gefragt oder nicht – kein Blatt vor den Mund nimmt. Der gleichermaßen geliebt wie abgelehnt wird. Moussa Alawie polarisiert ebenfalls. Sein Wesen bezeichnet er nicht – wie dann und wann so wahrgenommen – als aggressiv, sondern als „sehr, sehr ehrgeizig“. Und einen „sehr schwierigen Kopf“ habe er auch, das gibt er unumwunden zu. Einen, der beim Abstecher zum TB Uphusen und in einer Saisonhälfte beim Bremer SV auch zu Differenzen führte. Und letztlich zu Trennungen. Nun, nach den Stationen SV Wilhelmshaven, Eintracht Nordheim, TB Uphusen und Bremer SV, scheint Moussa Alawie sein sportliches Glück beim Blumenthaler SV gefunden zu haben.

Glück, das ihn nach einer erfolgreichen Jugendzeit beim VfL und VfB Oldenburg in der Regional- und Bundesliga verlassen zu haben schien. Gesundheitliche Probleme stoppten die Entwicklung des jungen Mannes, der unbedingt Profi-Fußballer werden wollte, in der wichtigsten Phase: „Ich habe die beste Zeit versäumt.“ Als beim Regionalligisten SV Wilhelmshaven drei Muskelfaserrisse, ein Muskelbündelriss und ein Knorpelschaden nacheinander folgten und die Ursache für die muskulären Probleme nicht zu finden war, musste Moussa Alawie zwangsläufig lange pausieren. Der Gedanke an den Abschied vom Fußball ging ihm durch den Kopf. Erst ein Heilpraktiker fand die Ursache und ermöglichte ihm die Rückkehr auf den Platz.

Eine Rückkehr, die allmählich Fahrt aufnimmt. Laut Trainer Michél Kniat mache Alawie Riesenschritte und bringt „jetzt die Form, die wir uns erhofft haben.“ Der Spieler selbst sieht sein derzeitiges Leistungsvermögen bei 70 bis 80 Prozent, vor allem am Selbstbewusstsein fehle es ihm nach eigenem Bekunden noch. Selbstbewusstsein, das er beim derzeit so erfolgreich spielenden Blumenthaler SV zurückgewinnen kann. Um sich wieder in Bestform zu bringen, investiert er jedenfalls viel. Die Strecke von seinem Wohnort Weyhe nach Blumenthal legt er mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, jede einzelne Trainingseinheit ist ihm diesen Aufwand wert: „Mitch Kniat hat einen strikten Plan, wie er jedes Training und jedes Spiel angeht.“ Einen Plan, der dafür gesorgt hat, dass der Blumenthaler SV bislang 13 Siege und ein Unentschieden auf dem Konto hat.

Auch wenn er sein volles Potenzial wieder erreicht hat und anbieten kann, will er seine Rolle beim Blumenthaler SV allerdings ganz anders interpretieren als Zlatan Ibrahimovic, den Typen von Paris Saint- Germain und aus der schwedischen Nationalmannschaft. „Ich will keine One-Man-Show. Ich muss niemanden etwas zeigen. Ich will mit der Mannschaft das Spiel gegen den Bremer SV gewinnen und Herbstmeister werden. Und wenn dann unser Torwart mit einem langen Ball das 1:0 schießt und wir gewinnen – dann ist das gut so.“

Zum Spiel gegen den Bremer SV wäre Moussa Alawie übrigens nicht per Bahn aus Weyhe, sondern aus Berlin angereist. Dort absolviert er seit Kurzem eine Schulung zum A- und B-Lizenz-Fitnesstrainer und Personaltrainer, die rund vier Monate dauern wird. Fußballerisch fit halten wird er sich dieser Zeit, in der der Punktspielbetrieb ja ohnehin weitgehend ruht, wohl bei Tennis Borussia Berlin. War es früher der unbedingte Wille, Fußball-Profi zu werden, so ist Moussa Alawie jetzt die berufliche Bildung wichtig. Und was noch? „Gott, die Religion, meine Freundin und Fußball“, zählt Alawie auf, der schiitischer Moslem ist, das Land seiner Vorfahren aber fast nie besucht hat: „Ich bin nie mitgeflogen, weil da meine Saisonvorbereitung lief.“

Vom Libanon malt er übrigens ein anderes Bild als jenes aus vielen Nachrichtensendungen bekannte. „Meine Familienangehörigen sind glücklich, dass sie da leben. Es ist nicht so, wie es in den Medien dargestellt wird. Man kann dort problemlos in Cafés gehen und etwas trinken“, sagt der 23-Jährige. Bei welchem Verein er seine nächste Vorbereitung absolvieren und deshalb möglicherweise wieder eine Reise in den Libanon verpassen wird, das steht noch in den Sternen. „Vielleicht beim Blumenthaler SV. Vielleicht eine Vorbereitung für die Regionalliga“, spekuliert er. Eine Spekulation, die weiteren Nährboden mit einem Sieg im Gipfeltreffen gegen den Bremer SV erhalten hätte. Und der für Moussa Alawie das wäre, was er nach dem Gewinn der Meisterschaft, dem Aufstieg und dem Pokalsieg mit dem Blumenthaler SV als „Bonus“ in seiner unterbrochenen Karriere betrachten würde. Leider fiel die Partie aber bekanntermaßen aus.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 19. Dezember 2015 )
 
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